Buchrezension
Startseite Rezensionen Team Kontakt FAQs Verlage Blog

Interpreter of Maladies

Autor: Jhumpa LahiriISBN: 039592720X

Bei der Lektüre von Jhumpa Lahiri habe ich das Pferd quasi von hinten aufgezäumt: Zuerst las ich ihren Roman „The Namesake“, der mich restlos begeisterte, und erst dann nahm ich mir die davor unter den Titel „Interpreters of Maladies“ (deutsch: "Melancholie der Ankunft") erschienen Kurzgeschichten vor, die der Autorin 2000 den Pulitzer Prize einbrachten – eine Ehre, die eher selten einem Debütwerk und noch seltener einer Sammlung von Kurzgeschichten zuteil wird.
 
Letztlich bin ich aber froh, dass ich ihren Roman zuerst gelesen habe, denn: Diese Kurzgeschichten haben mir gut gefallen, haben mich aber nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen, wie es bei „The Namesake“ der Fall war. Vielleicht lag es daran, dass ich einen (wohlgemerkt unbewussten) Overkill in Sachen Immigrantenschicksal Indien-USA hatte. Wie dem auch sei: In ihrem Kurzgeschichtenband scheint die Autorin selten ein anderes Thema zu haben als eben die Sorgen und Freuden, die indische ImmigrantInnen an der Ostküste der USA so plagen. „Handwerklich“ sind all diese Kurzgeschichten natürlich sehr gut gemacht, wobei es aber wohl kaum eine ins Langzeitgedächtnis schaffen wird. Am besten haben mir die erste („A temporary matter“) und die letzte Geschichte („The third and final continent“) im Band gefallen. Dass Jhumpa Lahiri großartig schreiben kann – mal in der ersten Person, mal in der dritten – steht außer Zweifel, aber ihr hervorragender Stil kommt meines Erachtens in ihrem Roman noch besser zur Geltung.
 
 

Bewertung:Rezension: Dagmar Jenner
Seite drucken 2009-08-10

Buchrezension @ Twitter © 2006 Übersetzungsbüro Texterei Wien : Englisch, Spanisch, Französisch # # AddThis Social Bookmark Button # # Impressum # Links
© www.Buchrezension.eu Vervielfältigung, Nachdruck und auszugsweise Entnahmen bedürfen vorheriger, schriftlicher Genehmigung durch die Medieninhaberin.