Buchrezension
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Me talk pretty one day

Autor: David SedarisISBN: 0349113912

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich verstanden habe, dass ich keinen Roman, sondern einen Band mit Kurzgeschichten in Händen halte – auf dem Cover des Buches befindet sich kein Hinweis auf die Art der Prosa, die sich zwischen den beiden Buchdeckeln findet. Kurzgeschichten also, aufgeteilt in zwei Teile, sinnigerweise „One“ und „Deux“ (bekanntlich Französisch für „zwei“) genannt. Das ergibt insofern Sinn, als sich die Geschichten des zweiten Teils größtenteils um David Sedaris’ Frankreich-Erfahrungen drehen. Die Geschichten des ersten Teils wiederum folgen keiner klaren Linie, aber das müssen sie auch nicht.


Allen Kurzgeschichten gemein ist, dass sie großteils sehr amüsant sind. Allerdings verspricht das Backcover Lachen ohne Ende („the funniest writer alive“), was sich in meinem Fall nicht wirklich eingestellt hat. David Sedaris besitzt eine sehr große Portion Selbstironie und zieht sich am liebsten selbst durch den Kakao. Dabei scheut er sich nicht, alle seine (echten oder erfundenen) Unzulänglichkeiten erschöpfend zu thematisieren, sei es seine schlechten Jobs, seinen mangelhaften IQ oder sein Lispeln als Kind.

An dieser Stelle schreien die meisten AutorInnen auf, sobald man den leisen Verdacht äußert, dass der bzw. die Ich-ErzählerIn die eine oder andere Gemeinsamkeit mit Autorin bzw. Autor aufweisen könnte. „Sie dürfen nie davon ausgehen, dass Ich-Erzähler und Autor ein und dieselbe Person sind“, heißt es dann immer in belehrendem Ton. Aber seien wir mal ehrlich: Welcher Autor schreibt über einen Ich-Erzähler, der absolut überhaupt nichts mit ihm selbst zu tun hat?

Wenn wir also davon ausgehen, dass sich der Autor David Sedaris und der (namenlose) Ich-Erzähler in „Me talk pretty one day“ weitestgehend überschneiden, so ist der Mut zur Selbstentblößung des Autors nur zu bewundern. Das ist aber auch schon (fast) alles. Unter dem Strich fand ich seine Geschichten zwar da und dort recht lustig, aber auch weitestgehend banal, etwas belanglos und zu alltäglich – ein bisschen lesen sie sich wie gut geschriebene Blog-Einträge. Schnell gelesene Happen, ein paar Mal gut gelacht – und das war’s dann leider.

Bewertung:Rezension: Dagmar Jenner
Seite drucken 2008-08-11

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