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Deluxe: How Luxury Lost Its Luster

Autor: Dana ThomasISBN: 0143113704

Eines gleich vorneweg: Dieses Buch wendet sich nicht einfach nur an die KonsumentInnen von diversen Luxusartikeln, die sich zwischendurch ein wenig Literatur geben wollen, sondern an alle, die sich ein wenig (oder auch ein bisschen mehr) für Luxus und dessen Entstehungsgeschichte interessieren. Dana Thomas bietet hier einen Streifzug durch eine ihr wohl bekannte Domäne; immerhin schreibt sie seit gut 15 Jahren in den Ressorts Kultur und Mode für Newsweek.

Mit dem Fokus darauf, wie Luxus sich vom 18. und 19. Jahrhundert, unter anderem am königlichen Hof in Frankreich, durch das Handwerk begnadeter Künstler zu entwickeln begann, um schließlich von den familiären Manufakturen, in denen alles von Hand produziert wurde, zu internationalen Unternehmen zu werden, die nach außen hin zwar noch immer genau diese Exklusivität widerspiegeln (wollen), während aber mittlerweile auch hier nicht nur die Masse bedient, sondern die meisten kleinen Betriebe längst der Massenproduktion gewichen sind.
Die Autorin begibt sich von den Anfängen großer Unternehmen, wie zB Louis Vuitton, Cartier und Hermes, auf eine faszinierende Entdeckungsreise durch deren Geschichte, vorbei an der Entdeckung von berühmten Persönlichkeiten als idealen Werbeträgern, über die Etablierung von Geschäftsniederlassungen an – auf den ersten Blick vielleicht eigenartig anmutenden – Orten wie Hawaii (japanische Touristen!), bis hin zu ihrer heutigen Bedeutung in der Welt des Konsums.
Dabei zeigt sie auch die Schattenseiten der Industrie – sei es, dass ein Produkt als Made in Italy gekennzeichnet werden darf, weil nach der Produktion desselben in Fernost, nur noch wenige Handgriffe zur Fertigstellung auch tatsächlich in Italien durchgeführt wurden (u.a. werden erst hier die Henkel an Taschen montiert, um nur ein Beispiel zu nennen), und damit am Ende der Konsument um genau diese Art von Exklusivität – nämlich die Anfertigung in einer europäischen Werkstätte – betrogen wird, während er aber gerade dafür mehr Geld auszugeben gewillt ist; oder die immer mehr anwachsende Industrie an gefälschten Waren, die zu menschenunwürdigen Bedingungen in Fernost produziert werden, und mittlerweile nicht mehr alleine billige Kopien, sondern (fast) perfekte Replikas von bekannten Markenprodukten auf den Markt werfen, bei denen sogar Kenner genau auf Details achten müssen, um diese entlarven zu können.
Dies ist aber nicht der einzige Punkt, an dem man nachvollziehen kann, wie und warum Luxus an Glanz verloren hat. Unternehmen haben auch erkannt, dass der Mittelstand ebenso ein Stück Luxus sein Eigen nennen möchte, sich diesen aber kaum leisten kann. Um diesen zu bedienen, und damit natürlich auch den Umsatz noch mehr anzukurbeln, wurden im Laufe der Zeit auch leistbare Billig-Linien herausgebracht, die Produkte wie Kosmetika, T-Shirts oder Ähnliches anbieten. Exklusivität fällt im wahrsten Sinne des Wortes dem Gewinnstreben zum Opfer.
Der Luxus des 18. Jahrhunderts ist kaum noch mit dem heutigen Luxus vergleichbar und Dana Thomas zeichnet mit ihrem spritzigen Stil sowohl einen unterhaltsamen als auch informativen Bogen vom Damals zum Heute, und bietet darüber hinaus auch amüsante Einsichten in die Welten von Miuccia Prada oder Bernard Arnault (LVMH).

„Deluxe“ ist ein Buch, das bisher leider noch nicht auf Deutsch erschienen ist, welches ich aber allen, die sich für die Geschichte und auch die Zukunft von Luxusgütern interessieren, nur ans Herz legen kann.

 

Bewertung:Rezension: Birgit Lehner
Seite drucken 2010-07-21

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