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Marley und ich: Unser Leben mit dem frechsten Hund der Welt
Autor: John Grogan ISBN: 3442203201
Ein Buch aus dem alleinigen Grund zu kaufen, weil man das Titelbild absolut unwiderstehlich findet, ist eine umstrittene Methode, um sich mit Lesestoff zu versorgen. Ich gebe zu, dass ich mich in diesem Fall schuldig im Sinne der Anklage bekennen muss. Zu meiner Verteidigung kann ich auch recht wenig vorbringen. Allerdings – was ja im Grunde auch das Wichtigste ist – mein Wagemut wurde durchaus belohnt.
Das Buch „Marley & ich“ entstand aufgrund von begeisterten Reaktionen der Leser von John Grogans Kolumne im Philadelphia Inquirer, in welchen er sich nicht nur unterschiedlichsten regionalen Themen widmete, sondern auch immer wieder von seiner Familie, vor allem aber den Erfahrungen mit seinem Hund Marley berichtete. Grogan beschloss daraufhin, die ganze Lebensgeschichte von Marley als Buch zu veröffentlichen.
Die Geschichte nimmt ihren Anfang damit, dass Grogans Frau ihre mütterlichen Fähigkeiten erst mal an einem Hund ausprobieren möchte, bevor man sich an eigenen Nachwuchs wagt. Nachdem das Ehepaar nur sonnigste Erinnerungen an die eigene Kindheit mit Hund hatte, war die Entscheidung rasch getroffen. Damit betritt Marley die Bühne und schafft es fortan, das Leben der Grogans erheblich auf den Kopf zu stellen.
Marleys ans neurotisch grenzende Gemüt (diese anthropomorphe Aussage sei mir verziehen) sorgt für mehr als nur einen Lacher. Der gegen jedwede Erziehung resistente Hund ist mit all seinen Schaden verursachenden Unarten einfach liebenswert, obgleich man sich selbst kaum ein solches vierbeiniges Exemplar wünschen wird, welches stets einen Pfad der Verwüstung hinter sich zurück lässt. Die ewigen, nicht wirklich fruchtenden Erziehungsversuche der Grogans amüsieren zu einem Großteil gerade deshalb, weil sie jemand anderen betreffen, und es gibt sicher so manches an „Methoden“ dabei, die man als nicht gerade artgerecht in Frage stellen wird. Trotzdem wird man sich weder dem amüsanten Stil noch der absoluten Glaubwürdigkeit der Erzählung entziehen können, die sich über Marleys gesamtes Hundeleben erstreckt.
Man kann den Roman auch durchaus als autobiographisch verstehen, dreht er sich ja nicht nur um den Familienhund, sondern auch um die Familie Grogan, deren Leben man über ein Jahrzehnt lang verfolgen kann. So geht auch die emotionale Geschichte der nicht reibungslos erfolgenden Schwangerschaften von Jenny Grogan am Leser nicht spurlos vorbei. Es sind aber gerade die letzten 50 Seiten des Buches, die mir so richtig an die Nieren und Tränendrüsen gegangen sind. Denn am Ende ist auch Marley nicht mehr der Jüngste und verliert schließlich den Kampf gegen Alter und Krankheit, wie Grogan mit schmerzlicher Offenheit schildert.
„Marley & ich“ ist ein unterhaltsamer Familienroman, eine Hommage an den besten Freund des Menschen und ein Loblied auf die typisch amerikanische Familie mit Kindern, Hund und Doppelgarage. Es ist mit Sicherheit nicht nur ein Buch für Hundefreunde und Hundebesitzer, aber für diese wohl doch ganz besonders. Jeder Hundebesitzer mit Liebe zu seinem Tier kann Grogans Erzählungen und Empfindungen zu seinem Gefährten auf vier Pfoten sicher nachvollziehen. Ein würdiger Nachruf auf den frechsten Hund der Welt.
Bewertung:     Rezension: Birgit Lehner
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2009-04-26
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